Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Auf Fragen zu Lernstörungen und den Rahmenbedingungen in unserem Institut, die uns häufig gestellt werden, finden Sie hier erste Antworten. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben:

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Ist eine Lernstörung heilbar?
Wie kann man eine Lernstörung feststellen?
Wer finanziert die Diagnostik?
Wer trägt die Kosten für eine Integrative Lerntherapie?
Bis zu welchem Alter ist eine Lerntherapie sinnvoll?
Findet Lerntherapie auch in der Schule statt?
Findet Lerntherapie in der Gruppe statt?
Ist Lerntherapie etwas anderes als Nachhilfe?


Ist eine Lernstörung heilbar?

Eine Lernstörung beruht auf einer erschwerten Verarbeitung bestimmter Informationen. Die Informationsverarbeitung lässt sich trainieren, Störungen aber nicht vollständig auflösen. In einer Lerntherapie können jedoch Strategien und Methoden erarbeitet werden, um die Probleme zu kompensieren und möglichst geringe Einschränkungen im Alltag zu verspüren.
Ist die spezifische Lernstörung vor allem durch Beschulungslücken im Lernerwerb entstanden (z.B. durch Krankheit, belastende Lebensphasen oder besondere Beschulung), ist die Prognose sehr gut: In diesem Fall kann dieser Lernrückstand mit Geduld und der richtigen Didaktik aufgeholt werden. Auch im (höheren) Erwachsenenalter sind die Lerntherapien wirksam.

Wie kann man eine Lernstörung feststellen?

Ob eine Lernstörung vorliegt, kann anhand einer umfassenden Testdiagnostik festgestellt werden. Diese beinhaltet mindestens die Durchführung eines domänenspezifischen Tests des Rechnens oder des Lesens und Schreibens sowie eines Tests der kognitiven Fähigkeiten (Intelligenz).

Für Kinder und Jugendliche: Die Testdiagnostik wird regulär von Psychologen und/ oder Kinder- und Jugendpsychiatern angeboten. Ansprechpartner sind vor allem der Schulpsychologische Dienst (SIBUZ), sozialpädiatrische Zentren (SPZ), Kinder- und Jugendpsychiater in Kliniken oder eigenen Praxen. Wenn Sie die Wartezeit auf einen Termin verkürzen wollen oder sich eine umfangreiche Beratung wünschen, sprechen Sie uns an. Die Diagnostik ist über einige lerntherapeutische Institute ebenfalls möglich.

Für Erwachsene: Die Versorgungsstruktur für Erwachsene ist in Deutschland sehr schlecht ausgebaut. Einige Psychiater halten Testverfahren für Erwachsene bereit, die Diagnostik von Basisfähigkeiten ist im Falle der Arbeitslosigkeit ggf. durch das Jobcenter möglich. In unserem Institut führen wir testpsychologische Testungen auf das Vorliegen von Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwächen durch und stellen Ihnen auch nötige Befunde für Ausbildungsinstitute oder Arbeitgeber aus.

Wer finanziert die Diagnostik?

Die Übernahme der Kosten einer testdiagnostischen Untersuchung ist abhängig von der durchführenden Stelle und vom Alter der zu begutachtenden Person. Für Kinder und Jugendliche gibt es Möglichkeiten einer Kostenübernahme. Im Erwachsenenalter gibt es kein Recht auf die Kostenübernahme, im Einzelfall sind jedoch Kostenübernahmen durch den Arbeitgeber oder das Ausbildungsinstitut möglich. Gerne informieren wir Sie persönlich ausführlicher über Möglichkeiten der Kostenübernahme.

Wer trägt die Kosten für eine integrative Lerntherapie?

Lerntherapie ist eine Leistung, die nicht im Katalog der gesetzlichen Krankenversicherungen gelistet ist. Sie ist daher i.d.R. privat zu  finanzieren.

Kinder/Jugendliche: In Einzelfällen gibt es die Möglichkeit, eine Lerntherapie über das Jugendamt finanziert zu bekommen. Die Bewilligung des Antrages ist an verschiedene Bedingungen geknüpft.

Erwachsene: In Einzelfällen gibt es die Möglichkeit, eine Lerntherapie über das Jobcenter finanziert zu bekommen. Zudem ist bei uns eine Finanzierung über das Heilmittelgesetz im Rahmen einer Psychotherapie (Heilpraktiker) möglich.

In jedem Alter gibt es unter Umständen die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse im Rahmen einer Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Gerne informieren wir Sie persönlich ausführlicher über Möglichkeiten der Kostenübernahme.

Bis zu welchem Alter ist eine Lerntherapie sinnvoll?

Eine Lerntherapie ist grundsätzlich in jedem Alter sinnvoll und effektiv. Ein wichtiger Faktor für das Gelingen der Therapie ist Eigenmotivation, die ggf. im ersten Teil der Therapie aufgebaut werden muss. Empfohlen wird grundsätzlich ein möglichst früher Beginn. So können Leidensdruck, negative Lernerfahrungen und ein großer Lernrückstand vermieden werden. Als Faustregel gilt: Massive Lernrückstände, die bis zum Ende der 1. Klasse stabil bleiben, können nicht durch die Förderung im Regelunterricht aufgefangen werden. Hier muss mindestens intensive Elternarbeit, schulische Gruppenförderung oder ggf. eine Lerntherapie begonnen werden!

Denn: Eine Lernstörung wächst sich nicht aus, sondern bleibt bis ins Jugend- und Erwachsenenalter bestehen. Selbst im Erwachsenenalter kann eine Lerntherapie jedoch große Erfolge erzielen und die Betroffenen entlasten! Sprechen Sie uns an!

Findet Lerntherapie auch in der Schule statt?

An unserer Kooperationsschule, der Quentin Blake-Europe-School, arbeiten wir mit einzelnen Kindern im Projekt lesor@school im Rahmen der gewohnten Unterrichtszeiten Hier können Kinder trotz des Ganztagsbetriebes eine gezielte, lerntherapeutische Förderung nutzen, ohne dass diese eine zusätzliche zeitliche Belastung darstellt.

Findet Lerntherapie in der Gruppe statt?

Wir führen Lerntherapien in der Regel im Einzelsetting durch, um dem individuellen Lerntempo eines jeden Lernenden gerecht zu werden und Frustrationen durch den permanenten Vergleich mit den Leistungen anderer zu minimieren. Grundsätzlich kann Lerntherapie auch in Kleingruppen bis max. 3 Personen stattfinden. Hier sind jedoch die Lernstände und unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden von großer Bedeutung, so dass im Einzelfall entschieden werden muss, ob eine Gruppentherapie umsetzbar ist.

Ist Lerntherapie etwas anderes als Nachhilfe?

Ja! Im Gegensatz zu Nachhilfe, die sich am Lehrplan der Schulen orientiert und aktuellen Schulstoff nachholt und übt, setzt die Lerntherapie sehr viel basaler an. Hier werden Vorläuferkompetenzen nachgeholt und gefestigt und positive Lernstrukturen erarbeitet. Eine Integrative Lerntherapie setzt an dem Punkt an, an dem die oder der Lernende in der Schule „ausgestiegen“ ist. Von dort ausgehend werden Schritt für Schritt die Inhalte des Schriftsprach- oder Rechenerwerbs aufgebaut. Die Lerntherapie arbeitet entlang der Nullfehlergrenze systematisch „vom Leichten zum Schwierigen“, um so das Selbstvertrauen der Lernenden (wieder) aufzubauen.

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